Zwangsarbeit in der Lausitz

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Das Kriegsgefangenenlager Zeithain

In den Jahren 1941 bis 1945 befand sich auf dem nördlich von Riesa gelegenen Truppenübungsplatz Zeithain ein Kriegsgefangenenlager, in dem zehntausende Kriegsgefangene aus der ehemaligen Sowjetunion sowie vielen anderen Ländern gefangen gehalten wurden. Das Lager hatte im Endausbau eine Kapazität für rund 30.000 Gefangene,
Zum Vergleich: Das benachbarte Stalag IV B Mühlberg war für 10.000 ausgelegt.

Ankunftsort der Gefangenentransporte war der in unmittelbarer Nähe gelegene Bahnhof Jacobsthal, wo auch die Transporte für Mühlberg ab Juli 1941 bis Kriegsende eintrafen und abgingen. Die Gefangenen mussten von dort einige Kilometer zum Lager marschieren.

Zunächst als Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager (Stalag) 304 (IV H) ausschließlich für die Unterbringung sowjetischer Kriegsgefangener gebaut, diente das Lager ab 1943 als Kriegsgefangenen-Reservelazarett, wo längerfristig arbeitsunfähige, überwiegend schwer an Tuberkulose erkrankte Gefangene untergebracht wurden.

Für die sowjetischen und italienischen Gefangenen wurde das Lager zu einem Ort des Todes, wo Tausende an den Folgen der bewusst erzeugten katastrophalen Lebensbedingungen starben. Verantwortlich hierfür waren verbrecherische Befehle des Oberkommandos der Wehrmacht, die geltende völkerrechtliche Schutzbestimmungen für die sowjetischen und italienischen Kriegsgefangenen weitgehend außer Kraft setzten.

Insgesamt verstarben 25.000 - 30.000 sowjetische Kriegsgefangene, 873 Italiener, 44 Polen, 12 Jugoslawen (Serben) und 4 Franzosen bis Kriegsende. Bestattet wurden sie auf insgesamt fünf Kriegsgefangenenfriedhöfen.

Titelfoto: Bildarchiv GSEZ

BILDER

Sowjetische Kriegsgefangene in Zeithain,
1941/42
Südliche Lagerstraße Gefangene bei
Bauarbeiten, 1941/42
Blick über das Hauptlager in Richtung der
Steinbaracken im Norden, 1941/42
Fertiggestellte Steinbaracken im nördlichen
Hauptlager, 1942
 
Sowjetische Gefangene beim gegenseitigen
Entlausen, Sommer/Herbst 1941
 
Sowjetische Gefangene beim Verteilen der
wässrigen täglichen Suppenration,
„Balanda“ genannt, Herbst 1941
Bahnhof Jacobsthal mit einer Gruppe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener, 1984
Quelle: Bildarchiv GSEZ
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BIOGRAFIEN

Sowjetische Kriegsgefangene
Quelle Wehrmachtskarteikarten: www.obd-memorial.ru
Fotos stammen aus der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain.
Kusma Filippowitsch Chirnyi, geboren 1901 in Kitajewo, Region Ordshonikidse
Arbeitete u. a. im Arbeitskommando Bockwitz-Bubiag, verstarb in Zeithain.
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Pawel Semenowitsch Gusew, geboren 1912 in Kitajewo, Region Ordshonikidse
Arbeitete u. a. in Alt-Lönnewitz, verstarb in Zeithain.
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Wassilij Iwanowitsch Krawtschenko, geboren am 08.03.1915 in Jefremowska, Bezirk Fjedorowskij, Gebiet Rostowskaja
Arbeitete u. a. in Alt-Lönnewitz, verstarb in Zeithain.
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Afanasij Amelkowitsch Sagrebelnij, geboren am 20.06.1920 in Wolodomirska, Gebiet Charkow
Arbeitete bei verschiedenen Firmen in Elsterwerda, verstarb in Zeithain.
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Andrej Petrowitsch Sossonkin, geboren am 14.08.1914 in Peski
Abgegeben vom Arbeitskommando Falkenberg nach Zeithain als „Schwächling“, dort verstorben.
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Wiktor Dominikowitsch Sworskij, geboren am 20.10.1915 in Jankiwka (Kiew)
Eingesetzt im Kraftwerk Plessa, verstorben in Zeithain.
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Pjotr Artamonowitsch Truschkin, geboren 1904 im Gebiet Rjasanskaja
Arbeitete in dem Chemiebetrieb Ferrowerk Mückenberg (Lauchhammer), verstorben in Zeithain.
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