Zwangsarbeit in der Lausitz

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Bad Liebenwerda

Das nationalsozialistische Deutschland schuf eines der größten Zwangsarbeits-Systeme der Geschichte: Über zwanzig Millionen ausländische Zivilarbeitskräfte, Konzentrationslager-Häftlinge und Kriegsgefangene aus allen besetzten Ländern mussten im Verlauf des Zweiten Weltkriegs in Deutschland arbeiten.

Auch in Bad Liebenwerda und seinen jetzigen Ortsteilen wurden ausländische Zivilarbeiter und ausländische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit eingesetzt.

Untergebracht waren die Zwangsarbeiter in kleinen Lagern in der Nähe der Betriebe, sie lebten aber auch bei ihrem „Dienstherren“ im Haus oder zumindest auf dem Grundstück. Die ausländischen Kriegsgefangenen, die aus dem Stammlager IV B zum Arbeitseinsatz nach Bad Liebenwerda kamen, mussten zumindest teilweise jeden Abend ins Lager zurück und rückten dann morgens wieder zum Arbeitseinsatz aus.

Leider sind im Stadtarchiv Bad Liebenwerda zu dieser Thematik kaum Akten zu finden.
Daher sind wir auf Zeitzeugenberichte angewiesen.

Wer sich als Zeitzeugen zur Verfügung stellen möchte oder noch Fotos, Briefe oder sonstige Schriftstücke zu diesem Thema hat und diese zum Einscannen und weiterer Verwendung zur Verfügung stellen möchte, der meldet sich bitte im Stadtarchiv.

Titelfoto: Michael Ziehlke, Ortschronist von Bad Liebenwerda.

Aufruf!
Wer erkennt die hier abgebildeten französischen Kriegsgefangenen und in welchem Ort wurde das Foto gemacht.
Bekannt ist nur, das die abgebildeten Männer als Kriegsgefangene im Stalag IV B inhaftiert waren und bei Bauern in der Nähe gearbeitet haben.

Aufruf-Bad-Liebenwerda-2016

BILDER

Bad Liebenwerda, Bahnhofstraße
Quelle: Privatbesitz S. Kretzschmann
Bad Liebenwerda, Blick auf Nikolaikirche
Quelle: Privatbesitz S. Kretzschmann
Bad Liebenwerda, Hainschestraße
Quelle: Privatbesitz S. Kretzschmann
Kriegsgefangener Franzose mit dem
Sohn seines deutschen Arbeitgebers
(Original befindet sich im Besitz
der Familie G. Brochwitz)
Kriegsgefangener Franzose mit der Tochter
seines deutschen Arbeitgebers
(Original befindet sich im Besitz
der Familie G. Brochwitz)
Kriegsgefangener Franzose mit den Kindern
seines deutschen Arbeitgebers
(Original befindet sich im Besitz
der Familie G. Brochwitz)
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ZEITZEUGEN

Zeitzeugenbericht von H. Keßler
Herr Keßler erlebte als Kind, wie die ausländischen Arbeitskräfte in der Fabrik seines Vaters als Zwangsarbeiter lebten und arbeiteten.
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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Zeitzeugenbericht von H. Dehnz
Herr Dehnz erlebte die Hinrichtung des jungen Polen Roman Garbacki 1943 in Bad Liebenwerda mit.
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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Anmerkung: bei den Zeitdokumenten findet man den Sterbebucheintrag von Roman Garbacki
Zeitzeugenbericht von Dr. med. dent. W. Wetzstein

Brief und Foto von Wira Demkiw
Wira Demkiw ist eine ehemalige ukrainische Zwangsarbeiterin, die von 1943 bis 1945 in Bad Liebenwerda Zwangsarbeit leistete.
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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Ausschnitt aus der Geschichte der Gaststätte „Zum Elstertal“ Zeischa
Erinnerungen von Regina Schemmel, geb. Dehnz und ihrer Tochter Birgit
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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ZEITDOKUMENTE

Heimatnachrichten zum Liebenwerdaer Kreisblatt - 28. November 1939
Die Kriegsgefangenen bei uns.
Quelle: Bestand Kreismuseum Bad Liebenwerda
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Schicksal von Roman Garbacki
Der 20-jährige polnische Zwangsarbeiter wurde von der Gestapo 1943 in Bad Liebenwerda wegen des Verdachts eines Notzuchtversuches an einer deutschen Frau erhängt.
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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Anmerkung: hier der Zeitzeugenbericht von H. Dehnz zur Hinrichtung
Auflistung von 16 polnischen Zwangsarbeitern, die zwischen 1940 und 1944 in Bad Liebenwerda verstarben.
1 Pole starb 1940 an Magenbluten. 14 Polen starben 1943/1944. Als Todesursachen wurden Krankheiten wie Darm- und Lungentuberkulose, Darmkatarrh und allgemeine Körperschwäche registriert. Was auf schlechte Lebensbedingungen schließen lässt.
1 Pole wurde wegen des Verdachts eines Notzuchtversuches an einer deutschen Frau gehängt.
14 polnischen Zwangsarbeitern waren wohnhaft in Bad Liebenwerda, Dresdener Straße 8 und starben auch dort. Sie wohnten auf dem Hof des ehemaligen Gefängnisses, was Zeugenaussagen bestätigen.
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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Runderlaß des RMdI vom 5.1.1944
"Entlohnung von französischen und polnischen Kriegsgefangenen und Militärinternierten in den Kriegsgefangenen-Bau- und Arbeits-, Dachdecker- und Glaserbataillonen, die zur Beseitigung von Kriegsschäden infolge von Fliegerangriffen eingesetzt sind"
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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Runderlaß des RMdI vom 7.1.1944
"Entschädigungsauszahlung an französische Arbeiter"
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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Beispiel für Kriegsgefangenenunterkunft für ein Arbeitskommando
Dieser Lageplan zeigt eine Unterbringung von Zwangsarbeitern in Bad Liebenwerda.
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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Gedenksteine auf dem Stadtfriedhof Bad Liebenwerda und auf dem Bergfriedhof Bad Liebenwerda
Quelle: Stadtarchiv Bad Liebenwerda
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